Blutwurz/Tormentille: Die (sch)mächtige Gerbstoffknolle

Betrachtet man das bescheiden am Boden entlangwachsende Blutwurz-Pflänzchen mit den gefingerten Blättern und den nur halbzentimetergroßen sonnengelben Blüten, fragt man sich: Warum nur haben unsere Ahnen es wohl ausgerechnet potentilla (lat. potentia = die Macht) genannt? Und wo, bitteschön, soll es bei all dieser augenscheinlichen Harmlosigkeit blutig hergehen?

Odermennig: Der bitterschöne Allrounder

Wer zwischen Juni und September an sonnigen Waldrändern oder auf bunten Magerwiesen spazieren geht, könnte einer weit verbreiteten Verwechslung aufsitzen: Allzu ähnlich sind die langen, haarigen, dicht mit hübschen gelben Blüten besetzten Odermennig-Blütenstände mit denen der Königskerze!

Beifuß: Der vergessene Dämonenvertreiber, Magenheiler und Frauenfreund

Wenn unsere Vorfahren wüssten, dass ihr einst wichtigstes Magie- und Heilkraut später ein traurig monothematisches Dasein als Gänsebraten-Gewürz fristen würde – sie wären entsetzt. Und tatsächlich weiß heute kaum noch jemand um die enormen Zauber*- und Heilkräfte, die im Beifuß stecken.

Mädesüß: Die Namensgeberin des Aspirin

Zwischen Juni und August überzieht in Mitteleuropa ein gut brusthoher, cremeweißer und herrlich duftender Blütenteppich ganze Wiesen, Flussufer und Waldränder. Traditionell rieben Imker neue Bienenstöcke mit den intensiv honigmandelsüßen Blüten aus, um neuen Völkern den Erstbezug so angenehm wie möglich zu machen.

Gundermann: Der aromatische Feind aller Keime

(Nein, dieses Profil beschäftigt sich nicht mit dem deutschen Liedermacher Gerhard Gundermann, auch wenn er, ebenso wie der Held des folgenden Textes, eine grüne Seele hatte.) Wenn Sie sich mal in Ihrem Garten oder jedem beliebigen Wegrand umsehen, wird Ihnen vielleicht ein Gewächs mit kriechenden, efeuartigen Ranken und kleinen, bei Hummeln beliebten violetten Zungenblüten auffallen